Sonita

Regie Rokhsareh Ghaem Maghami

Land | Jahr Iran/Afghanistan 2016

Sprache OmdtU

Dauer 91 Min.

Sonita ist 18 Jahre alt, stammt aus Afghanistan und lebt als illegale Migrantin im Iran. Ihr Traum ist eine Karriere als Rapperin. Sie hofft, sich dadurch dem Vorhaben ihrer Familie zu entziehen, sie an einen unbekannten Ehemann zu verkaufen. Die iranische Regisseurin Rokhsareh Ghaem Maghami begleitete Sonita Alizadeh drei Jahre lang und dokumentierte ihre Geschichte. 

Trailer

Film anschauen (startet in Kürze)

Das Passwort könnt Ihr hier bekommen: cinema@cinemacinema.de

Sayed präsentiert

„Afghanistan hat viele rückständige Traditionen. Diese geben den Familien Spielraum, ihre jungen Töchter ohne deren Zustimmung zu verheiraten. In manchen Provinzen werden Kinder schon vor der Geburt verlobt. Diese Tradition des Versprechens wird in Dari ‚Naami Kardan‘ genannt. An einigen Orten ist es auch üblich, dass Familien ihre Töchter an andere Familien verkaufen. Der Brautpreis variiert von einer Millionen Afghani bis zwei oder drei Millionen Afghani. Es kommt auch vor, dass Familien ihre Töchter gegen Söhne eintauschen. All dies macht Kinderheirat zu einem sehr rechtswidrigen Geschäft.

Ein Mädchen, welches gewöhnt ist, Hausarbeit zu verrichten, gehorsam zu sein und als Jungfrau zu leben, kann ohne Konsequenz verkauft oder gehandelt werden. Und wenn afghanische Mädchen erst einmal verheiratet sind, ist es ihnen nicht mehr erlaubt, die Schule fortzusetzen.

Ich finde, es sollte Mädchen erst erlaubt werden zu heiraten, wenn sie eine höhere Schulbildung abgeschlossen haben. Dann können sie ihre eigenen Kinder dazu erziehen, privilegierte Mitglieder der Gesellschaft zu werden, während sie ihre Lebenszeit so gestalten wie sie wollen. In Afghanistan sind laut den Statistiken von Vereinten Nationen und UNICEF mehr als 57 Prozent der afghanischen Bräute unter sechzehn Jahren – und die Sterberate bei der Geburt liegt bei 18 Prozent!

Betroffen darüber, will ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen, indem ich den Film ‚Sonita‘ vorstelle.“

Bio Sayed Sayedy

*1992 in Parwan, Afghanistan studierte Soziologie und Sozialarbeit in Parwan. Schon während seiner Schulzeit und seines Studiums war er als Betreuer und Aktivist für Empowerment der Jugendlichen tätig und arbeitete bis 2013 als Trainer für das Institut für internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschul-Verbandes. 2001 bis 2014 war er Übersetzer und interkultureller Vermittler für die internationale NATO-Sicherheitstruppe ISAF, wo er auch eine Ausbildung als IT-Fachmann machte.

Mit seiner Mutter engagierte er sich für Menschen- und insbesondere Frauenrechte. Deshalb musste er seine Heimat verlassen und kam Anfang 2015 nach München. Auch unterwegs hate er sich als kultureller Vermittler eingesetzt, um auftretende Schwierigkeiten und Missverständnisse zu mindern.

Momentan studiert er “Training und Development” an der Universität Salzburg und ist als freiberuflicher Trainer und Kommunikations-Coach im interkulturellen Kontext tätig. Er arbeitet hauptberuflich für das Projekt “HEROES – Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre” in München und ehrenamtlich als Migrations- und Integrationsberater: Er unterstützt Geflüchtete bei Asylangelegenheiten oder der Integration am Arbeitsmarkt. Er engagiert sich auch bei “KINO ASYL”, “UNSER.FILM” und unterstützt Bildungs- und zivile Friedensprojekte in Afghanistan und Kambodscha.

Sayed Sayedy